Wenn in diesem Jahr wieder rund 100 Starter in Judendorf um den Sieg kämpfen, dann ist das wohl fast wörtlich zu nehmen. In der UCI Kategorie ME 1.2 angesiedelt, wird das Rennen nach den Regeln des Internationalen Radsportverbandes ausgetragen.
Das bedeutet für die Fahrer die Möglichkeit, wertvolle Punkte, nämlich 40 für den Sieger, für die UCI Europe Tour Rangliste zu sammeln und sich somit für die Teams der UCI Pro Tour zu empfehlen.
In Judendorf fehlen, bedingt durch die Kategorie und die finaziellen Möglichkeiten, klingende Namen, die Weltspitze ist hier nicht zu finden: aber in Rennen dieser Kategorie werden die zukünftigen Stars ausgebildet, diesen steinigen Weg müssen die Nachwuchsfahrer beschreiten ehe sie zur Weltspitze aufschließen.
Bernhard Eisl, Georg Totschnigg, Peter Luttenberger, Pfannberger Christian und zuletzt der hervorragend fahrende Eibegger Markus, waren in Judendorf am Start und haben mit ihren Siegen bei diesem Rennen einen Grundstein zu weiteren Erfolgen im Internationalen Radsport gelegt.
Wie steinig dieser Weg ist, zeigt sich bei den Fakten die da sind Geschwindigkeit und Ausdauer:
In den letzten Jahren hat sich, obwohl der Kurs um 2 Runden von 8 auf 10 und damit 174km verlängert wurde, die durchschnittliche Geschwindigkeit auf über 41 km/h hinaufgeschraubt.
Durchschnittlich wohlgemerkt ! Was das bedeutet soll am Streckenabschnitt St. Oswald bis Gratwein beschrieben werden: Das 6,2km lange Teilstück wurde schon in unter 6 min zurückgelegt was einem Schnitt von rund 63 km/h entspricht. Viel schneller wird auch in der Weltspitze nicht mehr Rad gefahren, das heißt für den Zuseher, er bekommt hier wirklich eine Top Leistung der Rennfahrer zu sehen die den Vergleich mit der Weltspitze nicht zu scheuen braucht.

Entwicklung der Durchschnittsgeschwindigkeit von 1996 bis 2009:

•  Der bisher promineteste Teilnehmer war 2009 in Judendorf am Start: Es gelang Serhiy HONCHAR, mehrfacher Tour de France Etappensieger und Träger des Gelben Trikots, zu einem Start beim Raiffeisen Grand Prix zu verpflichten.
Auch wenn die großen Erfolge in den letzten Jahren ausgeblieben sind, ist Serhiy Honchar der mit Abstand hochkarätigste Fahrer, der je in Judendorf am Start war.

•  Zweimal, in den Jahren 2003 und 2007, wurde das Radrennen als Österreichische Meisterschaft im Straßenrennen für die Kategorie Profis, Elite und Frauen durchgeführt.

•  Insgesamt werden fast 4000 € Preisgeld ausgeschüttet, für den Sieger gibt es rund 1400 € zu gewinnen.

•  Das schnellste Rennen bisher fuhr MERVAR Bostian mit 4:14:21 min für 174,1 km was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 41,1 km/h entspricht. Der "gemütlichste" RGP wurde 2004 mit einer Fahrzeit von 4:34 min gefahren.

•  Durchschnittlich wurde über 12 Grand Prix eine Geschwindigkeit von 39,9km/h gefahren. Das erste Mal wurde die 40 km/h Durchschnitts-Marke im Jahr 1999 vom Slowenen KRANJEC Igor durchbrochen.

•  Der Int. RGP wurde bisher 3 mal von einem Österreicher gewonnen: 2000 von LONTSCHARITSCH Josef, 2004 von MATZBACHER Andreas und 2009 von EIBEGGER Markus

•  Igor KRANJEC war bisher der einzige Fahrer der den Raiffeisen Grand Prix zwei Mal gewinnen konnte und zwar in Folge in den Jahren 1998 und 1999

•  Den ersten RGP gewann Giannluca SIRONI aus Italien, der im selben Jahr U23 Weltmeister im Einzelzeitfahren wurde und Bronze im Straßenbewerb holte. Sironi war mit 19 Jahren auch der bisher jüngste Sieger und erfolgreichste Fahrer in Judendorf-Straßengel.

•  12 Mal wurde dieses Radrennen der UCI Kategorie 1.5 bzw. 1.2 ausgetragen, mit Unterbrechungen in den Jahren 2003 und 2007: Hier war Judendorf-Straßengel Austragungsort für die Österreichischen Meisterschaften.

•  Eine Runde entspricht exakt 17,41 km, hat 226 Höhenmeter, damit ergeben sich für 10 Runden 174,1 km und 2260 Höhenmeter.

•  1995 wurde der erste Internationale Raiffeisen Grand Prix veranstaltet. Der bekannte Rundkurs blieb derselbe, die Rundenzahl wurde aber von 8 auf 10 erhöht.

•  Zum ersten Mal überhaupt wurde das Radrennen in Judendorf-Straßengel 1986 vom Radklub Harald Maier veranstaltet. 7 Runden mit insgesamt 122km waren zu bewältigen.

•  Am erfolgreichsten waren bisher unsere südlichen Nachbarn: Gleich fünfmal ging der Sieg nach Slowenien, davon zweimal an KRANJEC Igor, je zweimal an Italien und Österreich.

•  Ein 3-fach Sieg gelang bisher nur der Mannschaft Vini Caldirola aus Italien, Sironi - Ferrari - Simonetti hießen die ersten drei 1995.

•  Das kleinste Starterfeld ging 1997 mit 75 Fahrern an den Start, die meisten Starter, nämlich 131, waren ein Jahr später vertreten. Durchschnittlich kommen jedes Jahr 106 Fahrer nach Judendorf.

•  Und am Schluß zum Wetter: 7 Mal konnten die Fahrer die Sonne genießen, 3 Mal war Regenwetter angesagt und 4 Mal wurde bei wechselhaft, kühlem Wetter gefahren.